Pflanzen die abgestorben sind oder Futterreste, Harn und Kot führen bei natürlichem Abbau zu Stickstoffverbindungen, aus denen im Bodengrund und Filter lebende, außerordentliche nützliche Bakterien unter Einbeziehung von Sauerstoff Nitrit (NO²) herstellen.
Nitrit ist ein gefährliches, rasch wirkendes Gift, das mit den aquaristisch gängigen Methoden überhaupt nicht messbar sein darf. Schon ab 0,1 Milligramm pro Liter (mg/L) NO² müssen sämtliche Alarmsirenen heulen und sofort mindestens 30% des Aquariumwassers gegen frisches, unbelastetes Wasser ausgetauscht werden.
Hohe Nitritkonzentrationen kommen nicht einfach so, sondern sind überwiegend das logische Ergebnis dessen, was Menschen in ein Aquarium hineintun.
Viel zu früh werden zu viele Fische eingesetzt und viel zu viel gefüttert. Wer mit dem Fischkauf nicht wenigstens ein paar Wochen (empf. 4-8 Wochen) warten kann, bis Aquariumwasser und Filter eingefahren sind und bis sich genügend Aquarienbakterien aufgebaut haben, der hat die Bescherung. Hoher Nitritgehalt wird zwar oft als Störung im Bakterienhaushalt interpretiert, ist aber meistens dort ein Problem, wo es einen solchen haushalt noch gar nicht gibt.
Mit Wasseraufbereitung und Filterstartern kann man zwar das Bakterienwachstum beschleunigen, aber die nötige Entwicklungszeit auf nicht nun wenige Tage verkürzen. Wer 4-8 Wochen warten wird von Nitritproblemen höchstwahrscheinlich verschont bleiben.
Nitrit ist gefährlich
Nitrate NO², die Salze der Salphertsäure und die Stufe beim Stickstoffabbau, sind in der Natur etwas sehr ungewöhnliches.
In Süßwassern der Erde, kommen sie überhaupt nicht oder nur selten vor. dagegen sind die im Aquarium in sehr hohen Massen vorhanden. Hohe Nitratgehalte kommen oft schon im Leitungswasser vor.
Die Trinkwasserverordnung schreibt höchstens 50 Mg Nitrat pro Liter vor.
In zu dicht besetzen oder zu schlecht gepflegten Aquarien kann man Werte von 500mg/l NO² und darüber messen. Das sollte jedoch nur sehr schlechten Aquarienbesitzern von Aquarienpflegern kann man da wirklich nicht mehr sprechen.
Passieren ist vermeidbar und gefährlich dazu, denn ab einem Gehalt von 100mg/l beginnt die Gefahr einer schnellen Reduzierung von Nitrat zu giftigen Nitrit an den die Fische sterben.
Nitratgehalt ab 100 mg/l sind ein deutliches Warnsignal für die Fische. Überfütterung oder sehr nachlässige Wasserpflege sind die Hauptfaktoren. #
Wie kann man vorbeugen?
Nitrate sind wirksame Pflanzendünger und werden dem Wasser durch Pflanzenwachstum entzogen. Regelmässiges zurückschneiden von Pflanzen entfernt überschüssige Nährstoffe aus dem Wasser.
Halte dich ein wenig zurück auch wenn dieser oder jener Fisch gefällt. Weniger Fische verstoffwechseln weniger Nahrung was den Stickstoffeintrag ans erträgliche hält.
Stickstoffverwertende Bakterien siedeln hauptsächlich auf Filteroberfläche. Grobe und großflächige Filtermedien unterstützen ihre nützliche Funktion.
Aquarianer helfen sich bei der Arbeit indem sie Vorfilter verwenden, die groben Schmutz wirklich zurückhalten. Regelmäßiger Teilwasserwechsel jede Woche oder mindestens alle 14 Tage rund 30% ist die zuverlässigste Art sich vor Nitrat und Nitrit zu schützen.
Krankheitsbild: Die Symptome dieser Krankheit außerordentlich mannigfaltig.
Die Tiere zeigen oft Fressunlust und es kommt zu Abmagerung der Fische (Hohlbäuchigkeit, Messerrücken) Die Farben hellen auf, es entsteht Entzündungen der Haut, die Flossen bilden sich zurück und innere Organe werden nekrotisch bzw. an und in bilden sich Knötchen. Weiterhin sind befallene Fische apathisch und zeigen Schwimmstörungen. Andere Anzeichen der Krankheit sind Glotzaugen und Herausfallen der Augen, Schuppendefekte und Verkrüppelung der Kiefer und der Wirbelsäule.
Untersuchungstechnik:
Eine genaue Diagnose der Fischtuberkulose kann nur durch den Nachweis von säurefesten, unbeweglichen grampositiven Stäbchen gegeben werden. Für den Laien ist ein solcher Nachweis schwierig. Man fertigt von Darm, Herz, Niere und Leber Zupfpräparate, außerdem werden von Niere und Milz Organausstriche hergestellt.
Die Untersuchung erfolgt bei 120-600 facher Vergrößerung für die Zupfpräparate und mit Olimmersion (1300 Fach) für die Organausstriche.
Erreger:
Der wahrscheinliche Erreger der Fischtuberkulose sind Bakterien der Gattung Mycobacterium. Es handelt sich bei diesen Bakterien um gerade oder kommaförmige Stäbchen, die säurefest und? grampositiv sind. Mycobacterium kann sich in einem Temperaturbereich zwischen 10 und 37? Cvermehren. Das Temperaturoptimum liegt bei 25? C. Die Länge der Stäbchen beträgt 1-6 ym. Mycrobakterium piscium kann fast alle Arten von Süsswasserfischen befallen.
Pathogenit?t:
Die Fischtuberkulose ist die gefährlichste Krankheit der Aquarienfische. Sie sind sehr ansteckend und wird meist von Fisch zu Fisch übertragen. Ansteckungen können auch über den Bodengrund erfolgen. Fischtuberkulose kann akut ausbrechen und dann die Fische schlagartig ohne deutliche äußere Symptome vernichten. Der Krankheitsverlauf kann auch langsam (latent) sein und die Symptome sind je nach den befallenen Organen unterschiedlich (siehe Krankheitsbild).
Die Gefährlichkeit dieser Krankheit liegt hauptsächlich darin, dass durch sie die befallenen Gewebe nekrotisch werden.
Therapie:
Eine medikamentöse Behandlung der Fischtuberkulose ist nur in engen Grenzen mit Antibiotika (Tetracyclin) möglich. Das Hauptaugenmerk sollte man, da es sich bei der Fischtuberkulose um eine Schwächekrankheit handelt, auf ihre Verhütung legen. Die Ernährung der Fische sollte aus diesem Grund möglichst vielseitig sein. Die Becken dürfen keinen starken Besatz zu starken Besatz aufweisen und die Wassermenge muss für die Anzahl der gehaltenen Fische in einer richtigen Relation stehen (5 Liter pro Fisch). Weiterhin muss auf absolute Sauberkeit im Becken geachtet werde.
Labels: fischtuberkulose, krankheit
Gut gepflegte Aquarien mit ,,Zierfischen? sind Schmuckstücke in vielen Wohnzimmern, und die Fische erfreuen Halter und Gäste durch interessantes Verhalten und farbenprächtiges Aussehen. Diese Freude wird getrübt, sobald die Fische Anzeichen einer Erkrankung zeigen. Ratschläge zur Behandlung erkrankter Fische werden bei Zoohändlern, befreundeten Fischhaltern, Züchtern, Vereinskollegen oder aus Büchern eingeholt.
überall werden andere Rezepte angeboten, die dem aus der Bahn geworfenen Schützling helfen sollen. Angesichts des sich ständig verschlechternden Zustands der Fische werden zahlreiche Ratschläge befolgt, oft allerdings mit dem Erfolg, da? gerade die prächtigsten und seltensten Tiere nicht wieder gesunden und die Ursachen der Erkrankung im Dunkeln bleiben.
Die Beurteilung und die Therapie von Gesundheitsproblemen bei Aquarienfischen erfordern eine eingehende Ursachenforschung, denn das Halten und Pflegen von Fischen ist schwierig und verlangt nicht weniger Einsatz, als Besitzern von Hunden, Katzen oder anderen Heimtieren abverlangt wird. Zudem wurden in den letzten Jahren vermehrt neue, wenig bekannte Arten importiert, und es hat, obwohl das Angebot an Futter und Heilmitteln ständig gewachsen ist, kaum ernsthafte Anstrengungen zur Erforschung von Krankheiten bei Aquarienfischen gegeben. Dabei wäre das dringend erforderlich, denn viele Erkrankungen treten auf, weil die Lebensansprüche der Fische nicht ausreichend bekannt sind und deshalb in Aquarien nur unzureichend erfüllt werden können.
In Aquarien leben Fische in einer Umwelt, in der alle Komponenten vom Halter beeinflußt werden können und von ihm beobachtet werden müssen. Das eigentliche Lebenselement der Fische, das Wasser, bedarf einer besonderen Aufmerksamkeit: Verglichen mit den Heimatgewässern der Fische sind selbst große Aquarien von einigen hundert oder tausend Liter Fassungsvermögen kleine Pfützen. Hier sammeln sich Verschmutzungen schnell an, und Wasserparameter, wie der pH-Wert oder die Temperatur, unterliegen für die Fische ungewohnten Schwankungen. Im Wasser herrscht generell ein äußerst gemäßigtes Klima. Selbst in unseren Breiten mit starken Schwankungen der Lufttemperatur erfolgen Temperaturänderungen im Wasser nur langsam.
Aquarienfische aus tropischen oder subtropischen Gewässern mit nahezu konstanten Temperaturen sind deshalb starke Schwankungen der Wassertemperatur nicht gewohnt und werden dadurch sehr belastet. Aufgrund der Größe des Wasserkörpers in Seen und Flüssen machen sich Änderungen der chemischen Zusammensetzung des Wassers, wie der Wasserhärte des pH-Wertes oder des Nährstoffgehaltes, nur allmählich bemerkbar. Das hat zur Folge, da? die meisten Fische erstaunlich tolerant gegenüber vielen Wasserparametern sind und im Wasser höchst unterschiedlicher Qualität leben und sich fortpflanzen können. Häufige und starke Schwankungen der Wasserqualität führen aber fast zwangsläufig zu Stress und zu Erkrankungen.
In „sterilen" Aquarien ohne Bepflanzung und Bodengrund und mit einem bis an die Kapazitätsgrenze ausgelasteten Filter sind Wasserparameter oft nicht stabil. Zudem sollte beachtet werden, da? biologische Filter ein Lebensraum mit eigenen Gesetzen sind: Bakterien, die organische Verschmutzungen abbauen, wachsen langsam und sind auf einen gleichbleibenden Zustrom von Nährstoffen angewiesen. Neue Filter sind erst nach etwa vier bis sechs Wochen so weit mit Bakterien besiedelt, da? sie ihre Aufgabe als biologische Müllverwertung des Aquariums einwandfrei erfüllen. Bis zu diesem Zeitpunkt können im Aquarium schnell gefährlich hohe Konzentrationen von Ammonium oder Nitrit auftreten, wenn nicht regelmäßig kleinere Wassermengen ausgetauscht werden. Werden an Zentralfilter weitere Aquarien angeschlossen, brauchen die Bakterien ebenfalls einige Zeit, um sich so weit zu vermehren, da? die zusätzlich anfallenden Nährstoffe abgebaut werden können.
Bei guter Ernährung sind Fische den meisten Krankheitserregern gewachsen. Leider müssen viele Fische auf eine ausgewogene Ernährung mit einem vollständigen Gehalt an allen lebenswichtigen Nährstoffen verzichten.
Ihnen wird Futter geringer Qualität angeboten, in dem Vitamine, essentielle Aminosäuren, Spurenelemente und Ballaststoffe fehlen. Viele Aquarienfische leben ebenso wie manche Menschen: zu fett und mit zu vielen Kohlenhydraten. Untersuchungen in England und Deutschland zeigten, da? Insbesondere Vitamine (Vitamin C und B) für die Ernährung der Fische wichtig sind. Beim Mangel an Vitamin C ist die Widerstandskraft gegen Bakterien stark herabgesetzt. Noch fataler wirkt ein Mangel an Vitamin B: Der Appetit der Fische wird reduziert, was ihre allgemeine Konstitution noch weiter schwächt.
Laut Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation (FAO) werden durch unzureichendes Futter bei Fischen schwere Krankheiten hervorgerufen. Da bei Nutzfischen zum Teil umfangreiche Untersuchungen hierzu vorliegen, konnten Krankheitserscheinungen wie Flossenschäden, Blutungen in Haut und Flossen, Leberverfettung, Glotzaugen, Erblinden, Abmagern und Deformationen des Skeletts auch auf den Mangel an Vitaminen, Mineralstoffen, essentiellen Aminosäuren und Fettsäuren oder auf Vergiftungen durch verdorbenes Fischöl zurückgeführt werden. Diese Aufzählung ist bei weitem nicht vollständig. Erschwerend kommt für den Fischhalter und den untersuchenden Tierarzt oder Wissenschaftler hinzu, da? durch Nährstoffmangel verursachte Erkrankungen erst offenbar werden, wenn das mangelhafte Futter über einen Zeitraum von mindestens sechs bis acht Wochen verfüttert wurde.
Da meistens erwartet wird, da? nährstoffarmes Futter Fische sofort schädigt, wird nach dem Offenbarwerden von Krankheitserscheinungen die Ursache in vielen möglichen Faktoren, nicht aber beim Futter gesucht. Erfahrene Aquarianer wissen natürlich da? durch soziale Spannungen innerhalb des Fischbestandes im Aquarium einzelne Fische belastet werden, die dann für ihr Aquarium vorhandene Erreger empfänglich werden und erkranken. Buntbarsche, die ihr Revier ständig gegen übermütige Eindringlinge verteidigen müssen, reiben sich genauso auf wie drei einsame Neonsalmler auf der Suche nach einem richtigen Schwarm. Es entsteht ein falsches Bild, wenn versucht würde, für Krankheitsfälle im Aquarium nur unzulängliche Lebensbedingungen verantwortlich zu machen. Es gibt natürlich viele Erreger, die die Gesundheit der Fische bedrohen und die durch Medikamente bekämpft werden müssen. Parasiten, wie Einzeller, Würmer, Krebstiere und Pilze, befallen Haut, Kiemen und innere Organe, hier vornehmlich den Darm, und können gefährliche Krankheiten auslösen. Aufmerksame Aquarianer bemerken bei ihren Fischen schnell zahlreiche Symptome, wie Freßunlust, auffälliges Verhalten, Verfärbungen, die auf eine Erkrankung hinweisen. Solche Veränderungen sind gute Hinweise auf ein schlechtes Befinden der Fische.
In den meisten Fällen sind sie aber zu unspezifisch, um Schlüsse auf die Krankheitsursache zuzulassen und als Grundlage einer medikamentellen Behandlung zu dienen. Deshalb sollte bei dem Verdacht auf eine Infektionskrankheit immer versucht werden, den Erreger zu diagnostizieren. Nur wenige Parasiten lassen sich mit dem bloßen Auge einwandfrei erkennen. Zur exakten Diagnose der meisten Erreger ist es erforderlich, Proben der befallenen Organe gründlich zu untersuchen. Neben der notwendigen Ausrüstung, wie einem leistungsfähigen Mikroskop, braucht der Untersuchende ein gewisses Ma? an Erfahrung zum Erkennen und richtigen Einschätzen der Gefährlichkeit der Erreger. Trotz großer Erfahrung übersteigt dies vielfach die Möglichkeiten der Aquarianer, und leider sind die meisten Tierärzte auf diesem Gebiet nicht geschult. Sie können Fischhaltern mit erkrankten Fischen also nicht unmittelbar helfen, sind aber in der Lage, den Aquarianer an erfahrene Kollegen oder spezielle Untersuchungslabore weiterzuvermitteln.
In welcher Weise kann ein Biologe oder Tierarzt Aquarianern mit erkrankten Fischen helfen?
Aus dem bisher Gesagten wird ersichtlich, da? bei Krankheitsfälen im Aquarium oft zahlreiche Faktoren zusammenspielen: Nicht optimales Futter, belastetes Wasser, Unruhe durch neu erworbene Fische oder Umbauten im Aquarium haben die Widerstandskraft der Fische so weit geschwächt, da? sie Krankheitserreger nicht mehr wirkungsvoll kontrollieren können. Da solche Faktorenkrankheiten bei Fischen häufig vermutet werden müssen, ist eine kritische Überprüfung der Lebensbedingungen im Aquarium Grundlage einer sinnvollen Krankheitsdiagnostik.
In unserem eingangs beschriebenen Fall würde der Untersuchende zunächst zusammen mit dem Aquarianer eine Bestandsaufnahme der Lebensbedingungen im Aquarium machen: Gefragt sind präzise Angaben zu Besatz und Management des Aquariums (Futter, Art der Fütterung, die Wasserparameter, in Zweifelsfällen durch Wasseruntersuchungen untermauert, Art der Filterung etc.), zum bisherigen Krankheitsverlauf (Symptome, Verluste) und zu bereits vorgenommenen Maßnahmen (Wasserwechsel, Quarantäne, Behandlungen). Dann wird eine weiterführende Untersuchung auf Infektionserreger vorgenommen, für die erkrankte, lebende Fische dem Untersuchungslabor vorgestellt werden müssen. Abgesehen von sehr kleinen Arten oder Jungfischen ist das Gewinnen von Haut- und Kiemenproben zum mikroskopischen Nachweis von Krankheitserregern am lebenden Fisch möglich.
Durch Krankheit, Herausfangen aus dem Aquarium und Transport besonders gestresste Tiere können vor der Untersuchung mit einem Narkotikum ruhiggestellt werden. Dann lassen sich selbst größere und wehrhafte Tiere ohne Stress handhaben, und sie tolerieren beispielsweise auch Magen- oder Darmspülungen zur Gewinnung von Proben, die auf Darmparasiten untersucht werden. Zur Narkose werden Fische in Aquarienwasser mit Betäubungsmittel (zum Beispiel MS 222) bis zum Ausbleiben der Bewegungskoordination gebracht und nach den wenigen Augenblicken, die ein erfahrener Untersuchender zur Probengewinnung benötigt, in ein Aufwachbecken mit frischem Wasser zurückgesetzt. Um dem erkrankten Fisch die Anpassung an fremde Wasserparameter zu ersparen, wird sowohl für die Narkose als auch für das Aufwachbecken Wasser aus dem Herkunftsbecken verwendet.
In der mikroskopischen Betrachtung der Präparate wird großes Augenmerk auf das Auffinden von Fischparasiten und auf krankhafte Veränderungen der Gewebestruktur gerichtet. Bei sehr kleinen Fischen, bei Jungfischen oder bei Verdacht des Befalls der inneren Organe mit Krankheitserregern kann ein Töten der Fische zum Zwecke der Befunderhebung unumgänglich sein. Aufgrund einer so erhobenen Diagnose kann dann oft ein drohendes Ausweiten der Erkrankung auf weitere Fische des Bestands verhindert werden. Wie bereits erwähnt, sind zahlreiche Krankheitserreger nicht von vornherein als hochgradig pathogen einzustufen. Erregerbedingte Seuchenzüge sind unter Fischbeständen in der Natur äußerst selten, obwohl davon ausgegangen werden kann, da? die meisten Fische in Seen und Flüssen von Parasiten oder Bakterien befallen sind. Erst unter ungünstigen Haltungsbedingungen kann es aufgrund hoher Fischdichte oder beeinträchtigter Krankheitsabwehr zur starken Vermehrung der Erreger und damit zur Bedrohung der Fischgesundheit kommen.
Im Aquarium tolerieren Fische beispielsweise über lange Zeit einen geringen Parasitenbefall; durch Überlastung des Filters oder Zukauf von weiteren Fischen kann dieses Gleichgewicht empfindlich gestört werden. In der Folge erkranken entweder die Neu- Ankömmlinge oder einige Alteingesessene an den Erregern. Insbesondere von Bakterien hervorgerufene Krankheiten werden durch ungünstige Haltungsbedingungen begünstigt.
Fische erkranken dann an im Aquarienwasser weit verbreiteten Bakterien der Gattung Aeromonus oder an Mycobakterien (Erreger der Fischtuberkulose), die nur für bereits geschwächte Tiere eine Bedrohung darstellen. Um in solchen Fällen zu einer dauerhaften Gesundung der Fische zu gelangen, reicht eine medikamentelle Therapie nicht aus. Behandelte Fische sind weiterhin krank, und in diesen Fällen greifen viele Aquarianer zu weiteren Medikamenten mit dem Ergebnis, da? die Fische zusätzlich noch an einer Medikamentenvergiftung leiden. Um die Gesundheit der Fische wiederherzustellen, wäre eine Kombination von gezielten Therapiemaßnahmen gegen den Infektionserreger und einer Haltungsberatung und Verbesserung nötig. Die Suche und das Abstellen der die Infektion begünstigenden Faktoren sind ebenso wichtig wie die medikamentelle Behandlung der Infektionserreger.
Und hierbei sollten und können im Interesse der Gesundheit der Fische Aquarianer und Fischparasitologe zusammenarbeiten.
Die Fische sind die Stammformen der Wirbeltiere. Die Höherentwicklung verlief über die Lurche und Kriechtiere zu den am besten an das Landleben angepassten Säugetieren und Vögeln. Diese Entwicklungsreihe konnte von der Wissenschaft ziemlich gut rekonstruiert werden, da bestimmte Versteinerungsfunde gerade die Übergänge von einer Tierklasse zur anderen erkennen ließen. Wesentlich schwieriger ist der eindeutige Nachvollzug der Fischwerdung und damit überhaupt der Entstehung der Wirbeltiere, da die Urahnen der Fische infolge des fehlenden Knochenskelettes nicht als Versteinerungen überliefert worden sind.
Betrachtet man einfach die unterschiedliche Organisationshöhe aller heute noch lebenden Fische, bleibt die Schwierigkeit, dass die jetzt auf der Erde lebenden Fische nur Endglieder verschiedener Entwicklungsreihen sind, die sich durch Weiter-, aber auch durch Rückbildungen wesentlich von ihren Ausgangsformen unterscheiden können. Dennoch kann durch Vergleichen der lebenden Fische untereinander und mit allen fossilen Überlieferungen eine Ahnenreihe der Fische aufgestellt werden. Dabei zeigt sich zunächst einmal, dass die in der Gruppe der Fische zusammengefassten niederen Wirbeltiere sehr unterschiedlich gestaltet sind und in wesentlichen Merkmalen voneinander abweichen. So sind die Unterschiede zwischen den Neunaugen und den Knochenfischen mindestens so tiefgreifend wie zwischen den Lurchen und den Säugetieren. Auch die Haie gleichen z.B. den Thunfischen viel weniger als dies auf den ersten Blick scheinen mag. Die Systematiker unterteilen deshalb diese niederen Wirbeltiere in drei scharf abgegrenzte Klassen, die Kieferlosen oder Rundmäuler (Agnetha oder Cyclostomata), die Knorpelfische (Chondrichthyes) und die Knochenfische (Osteichthyes).
Dazu kommt sogar noch eine weitere Klasse der Panzerfische (Placodermi), deren Arten aber bereits alle im Erdalter ausgestorben sind. Die Rundmäuler werden zudem als die Fischartigen den Fischen gegenübergestellt. Wie oben erwähnt, sind noch keine Versteinerungen der frühesten Wirbeltiere und der Vorwirbeltiere gefunden worden. Diese dürften jedoch ähnlich wie das Lanzettfischchen gebaut gewesen sein, ein knapp 10 cm großes, schädelloses Chordatiert, das im Sand flacher Küstengewässer lebt. Aus diesen hypothetischen Schädellosen Tieren ohne einen Kiefer, doch mit einem großen vorderen Darmabschnitt, der von vielen Kiemenspalten durchbrochen ist, haben sich wahrscheinlich vor etwa 500 Millionen Jahren die Urschädeltiere gebildet.
Eine weitere Entwicklungsstufe scheinen die Vorläufer der Rundmäuler gewesen zu sein, die man als Fossilfunde aus dem Silur (Alter etwa 450 Mill. Jahre) kennt. Diese hatten zwar wie das Neunauge kein Kiefergelenk, doch besaßen sie ein knöchernes Hautskelett, das die Rundmäuler infolge ihrer halb- oder vollparasitären Lebensweise wohl wieder zurückgebildet haben, wie überhaupt parasitische Formen meist durch Rückbildungen und Vereinfachungen gekennzeichnet sind. Vor gut 350 Millionen Jahren erschienen etwas fortgeschrittener Fischtypen. Sie hatten richtige, funktionstüchtige Kiefer und ihr Kopf sowie der Vorderkörper waren mit einem Panzer aus Knochenplatten bedeckt, weshalb diese Gruppe auch Panzerfische genannt wird.
Einen anderen Entwicklungszweig bilden die Knorpelfische, deren älteste Funde auf etwa 320 Millionen Jahre datiert werden. Ihr Knorpelskelett scheint aber kein primitives Merkmal zu sein, denn Panzerfische, Knorpelfische und Knochenfische haben wahrscheinlich eine gemeinsame, weit zurückliegende Wurzel. Der Urahn wird ein primitiver Panzerfisch gewesen sein, der bereits einen Knochenpanzer und ein verknöchertes Schädelskelett besaß.
Die Aufspaltung in Knorpel- und Knochenfische geschah schon in einem sehr frühen Stadium der Stammesentwicklung, und auch bei den Knochenfischen haben sich sehr früh abgezweigte Linien selbständig weiter entwickelt oder sogar ziemlich unverändert bis in die Jetztzeit erhalten.
Einfache Knochenfische sind z.B. die Störe; sehr ursprünglich sind auch die Quastenflossen, von denen ja der Weg zu den Landwirbeltieren führt. Die jüngste Gruppe der Knochenfische sind die Strahlenflossen. Sie haben auch mit etwa 25000 Arten den größten Formenreichtum erlangt.
Aus der CO² Flasche entweicht mit großem Druck gasförmiges Kohlendioxid. Der Druck muss reduziert und auf einen konstanten Arbeitsdruck gehalten werden. Das übernimmt der Druckminderer wo man auf dem Manometer den Arbeitsdruck ablesen kann. Der immer hohe Druck von 1-1,5 bar wird mit einem Nadelventil dosiert. Über ein Rückschlagventil und einem Blasenzähler wird das Kohlendioxid in den Aussenfilter geleitet. Deshalb in den Ansaugstutzen damit sich das CO² gut im Wasser lösen kann und nicht sofort wieder austritt. Der Aussenfilter sollte möglichst nicht mit Filterwatte betrieben werden, da sich die großen Gasblasen dort sammeln können.
CO² Bedarf:
Es hängt von der Bepflanzung, dem Fischbesatz und vor allen den Wasserwerten ab. Vor allem der KH Wert ist entscheidend, es sollte so zwischen 3-6 liegen. Eine genaue Angabe ist deshalb nicht möglich, hier nur mal grob. 100 Liter AQ-Wasser ca. 1 Gramm CO² täglich. Es sollte immer der Dauertest beobachtet werden.
Wie funktioniert denn der Dauertest?
Die Indikatorflüssigkeit, steht mit der Luftsäule und dem Aquariumwasser in Verbindung. Zwischen Flüssigkeit und Luft stellt sich ein Gasgleichgewicht ein und misst das CO² Gehalt im Wasser. Der Test hilft das meist immer die genau menge Kohlendioxid sich im Wasser befindet. Nicht vergessen, nach jeden Wasserwechsel, neu befüllen!
Labels: beflanzung, co2, dünnung
Das leidige Thema Algen ist ja ein Dauerbrenner. Ich habe jetzt Methoden zusammengestellt, die Algen das Leben sehr schwer machen können, bzw. dazu führen, dass sie aus dem Aquarium verschwinden.
Um welche Algen es sich handelt ist im Grunde immer zweitrangig. Die Art der Algen macht lediglich Aussagen über Möglichkeiten der Pflegefehler. Es ist in allen Fällen ein Ungleichgewicht der Nährstoffe oder des Lichtbedarfs. Es gilt dieses Gleichgewicht so herzustellen, dass die Aquarienpflanzen begünstigt und die Algen benachteiligt werden. In einem "unkontrollierten" Aquarium wird sich das Gleichgewicht auf Dauer immer so einstellen, dass die Algen gut damit leben können. Sie treten letztendlich in einem Maß auf, dass die Aquarienpflanzen geschädigt werden und absterben. Dieser Vorgang muss umgekehrt werden.
Alle Algen haben gemein, dass sie ihre Nährstoffe dem Aquariumswasser entziehen. Besonders Nitrat und Phosphat trägt zu ihrer raschen Vermehrung bei. Auch zu helles Licht kann Algenwuchs anregen. Es kommt dabei besonders auf die Zusammensetzung des Lichtes an. Besonders die Leuchtstoffröhren, die die Farben der Fische betonen, sind auch meistens den Algen nützlich.
Das Hauptproblem ist meistens, dass man sich für das Aquarium nur zeitweise intensiv interessiert und an vielen anderen Tagen eben nur die Fische füttert.
Ich habe nach folgendem Schema alle Algen aus meinem Aquarium herausbekommen und auch aus anderen Becken schon oft dauerhaft beseitigt.
Ich würde zu folgender Vorgehensweise in allen Füllen raten.
1.) Es sollten zunächst möglich viele Algen aus dem Becken entfernt werden. Es bringt wenig, Steine herauszunehmen und abzubürsten, da letztendlich massenweise Algensporen den Steinen anhaften. Besser ist es, die Steine herauszunehmen und mit kochendem Wasser kurz zu übergießen. Dadurch werden alle Algen abgetötet. Pflanzen, die im Kampf gegen Algen eine besondere Rolle spielen, sollen nur entfernt werden, wenn die überwiegende Blattfläche durch Algen belegt ist, die nicht entfernt werden können. Es sollte möglichst viel Blattfläche der Pflanzen erhalten bleiben.
2.) Durch einen Wasserwechsel wird der Nitratwert auf unter 50mg/l gebracht. In manchen Aquarien ist so viel Nitrat im Wasser, das das Wasser mehrmals zur Hälfte ausgetauscht werden muss. Der Nitratwert muss gemessen werden. Der Phosphatwert kann gemessen werden, muss aber nicht, da er durch den Wasserwechsel sicherlich unter signifikante Größen abfüllt. Der Nitratwert wird durch kleinere, tägliche Teilwasserwechsel dauerhaft unter 50mg/l gehalten. Die Nährstoffe (Nitrat und Phosphat, Kalium) sind jetzt noch im Wasser für die Pflanzen ausreichend vorhanden, aber die Algen müssen auf ihr üppiges Überangebot verzichten, was sie mit verhaltener Vermehrung quittieren. Das Wasser, das dem Aquarium entnommen wird eignet sich bestens als Gießwasser für alle Pflanzen. Es enthüllt bereits Dünger.
3.) Der Eisengehalt wird in Abständen gemessen. Er sollte bis alle Algen verschwunden sind, 0,1mg/l nicht unterschreiten. Gegebenenfalls wird nachgedüngt. Das hat den Sinn, den erwünschten Pflanzen insgesamt genug Nährstoffe (Phosphat, Nitrat und Eisen) zur Verfügung zu stellen, um sie zu stabilisieren. Die Aquarienpflanzen übernehmen jetzt in ihrer definierten Umgebung gewissermaßen die Rolle der Soldaten gegen die Algen. Sie werden andere Nährstoffe, Mineralien, Spurenelemente dem Wasser entnehmen und somit den Algen entziehen. Auf diese Weise wird das gesunde Gleichgewicht wieder hergestellt. Im Besonderen nützlich kann eine CO2-Dosierung sein. Sie fördert den Pflanzenwuchs ungemein. Wer sich schon immer mehr Pflanzen im Aquarium gewünscht hat, sollte sie sich jetzt anschaffen. Besonders algenschädlich sind die schnellwachsenden Arten. Es sind schnellwachsende Arten mit geringem Lichtbedarf zu bevorzugen. Besonders interessant sind Schwimmpflanzen. Sie verdunkeln den Algen den Lebensraum und befinden sich selbst im hellen Licht. Dadurch wird ihre Assimilation angeregt, was sich sehr stark gegen Algen auswirkt.
4.) In Aquarien in denen die Fische ihr Futter von der Oberfläche aufnehmen, können algenfressende Welse eingesetzt werden. Einer der fleißigsten Algenfresser ist der Gibbiceps, der sich mit allen anderen Fischen verträgt, allerdings sehr groß? werden kann. Er kann lange Fadenalgen nicht abweiden, aber die Kurzformen nachwachsender Algen werden angenommen. Alle Welse bevorzugen das Futter, dass die anderen Fische auch bekommen. Wenn sie daran gelangen können, werden die Algen vernachlässigt. Es sollte nur so viel gefüttert werden wie von den Tieren benötigt und in kürzester Zeit angenommen wird. Ein Überangebot ernährt in der Hauptsache die Algen.
5.) Die Beleuchtungsstärke wird zurückgenommen. Damit ist die Helligkeit gemeint und nicht die Beleuchtungsdauer. Algen sind vor den Aquarienpflanzen satt, den Pflanzen ist eine längere Beleuchtungsdauer förderlich. Am besten sind 12-14 Stunden. An einem Tag in der Woche bleibt das Licht aus, und die Fische erhalten kein Futter, damit geschädigte Algen sich nicht mehr erholen können. Die normalen Pflanzen werden dadurch nicht geschädigt, sie bestehen solche Tage mühelos. Ich persönlich empfehle alle speziellen Aquarienlampen durch gewöhnliche Kaltlichtröhren zu ersetzen. Die Lichtfarben, die Fischfarben schön zur Geltung bringen sind für Algen nützlich. Das ist leicht verständlich. Die Fische haben sich während ihrer Evolution an die gegebenen angepasst, um gut und imponierend auszusehen. Die Algen haben sich in der gleichen Umgebung entwickelt und an die gleichen Lichtverhältnisse angepasst. Es ist ja immerhin möglich, zum Betrachten der Fische eine "Aquarienröhre" dazu zuschalten und bei Abwesenheit nur eine Kaltlichtröhre eingeschaltet zu lassen.
6.) Die anaerobe und fakultativ anaerobe Kultur im Becken sollte unterstützt werden. Das sind Bakterien, die für Algen lebensnotwendige Nährstoffe zerstören können. Sie können allerdings nur dort leben und arbeiten, wo sich kein gelöster Sauerstoff im Wasser befindet. Gut geeignet ist ein Bodengrund aus Quarzsand (Barschaquarium), dessen Ruhe nicht allzu oft gestört werden sollte. Der Bodengrund sollte auf jeden Fall über 5cm hoch aufgeschüttet sein. Es gibt auch die Möglichkeit durch extrem geringe Durchflüsse in einem zusätzlichen Filter, diese Mikroorganismen zu nutzen. Das Filtervolumen muss aber sehr hoch sein, die Durchströmen gering. 200l Aquarium zum Beispiel ca.10l Filtervolumen und 5-7 l/h Durchströmen. Von der Firma Schott gibt es Ringe aus Siporax, einem gesinterten Glas, das derart feine Kapillaren besitzt, das diese Mikroorganismen sich dort ansiedeln können. Wegen der geringen Wasserbewegung in den feinen Kanälen durfte stellenweise kaum noch Sauerstoff enthalten sein.
7.) Falls Luft in das Becken eingeperlt werden muss, sollte diese so weit zurückgenommen werden, wie es die Fische verkraften können. Durch das Einperlen wird CO2 dem Wasser "ausgestrippt", das begünstigt das Gleichgewicht in Richtung zu den Algen. Der Filterauslauf sollte unter Wasser erfolgen. Im Idealfall versorgen die Pflanzen das Becken ausreichend mit Sauerstoff – das ist jedenfalls der erstrebenswerte Zustand.
8.) In Barschbecken ohne Pflanzen helfen alle diese Tricks fast nichts. Hier kann ein Oxidautor angewendet werden, der die Algen sehr schnell vernichtet. Er arbeitet mit Wasserstoffsuperoxyd. Das funktioniert zwar auch im bepflanzten Aquarium, schädigt aber die Pflanzen in gleichem Masse. Zunächst würden so zwar Erfolge verbucht, aber die Pflanzen wären später geschwächt und könnten ein gesundes Gleichgewicht nicht aufrecht erhalten.
Labels: algenbefall, aquarium